Es ist vollbracht – die zehn Nominierten des diesjährigen Health-i Awards von Handelsblatt und Die Techniker stehen fest. Insgesamt gab es 189 innovative und vielversprechende Bewerber in den drei Kategorien „Junge Talente“, „Start-ups“ und „Unternehmen“. Auf Grundlage wissenschaftlicher Kriterien, die Prof. Roland Trill von der Fachhochschule Flensburg, mit seiner Expertise entwickelt hat, entschied die Jury heute in Hamburg. Die neun Jurymitglieder um Handelsblatt-Geschäftsführer Frank Dopheide und TK-Vorstandschef Dr. Jens Baas wählten in den drei Kategorien jeweils die Top 3 bzw. in der Kategorie „Start-ups“ die Top 4 aus.

v. l. n. r.: Dr. Axel Wehmeier, Marianne Stroehmann, Frank Dopheide, Dr. Jens Baas, Juliane Zielonka und Alexander Puschilov. Es fehlen Prof. Dr. Björn Bergh, Dr. Markus Müschenich und Sebastian Sujka, die bereits vorab ihre Bewertung einreichten.

Wer auf der Preisverleihung am 16. November in Berlin als Gewinner hervorgeht, entscheidet nun das Health-i Board – das Expertengremium der Initiative. Für die Nominierten der Kategorie „Start-ups“ wird es am Abend der Preisverleihung noch einmal spannend: In einem Live-Pitch werden sie ihre Idee den Gästen präsentieren, die dann vor Ort über den Gewinner abstimmen.

Die Nominierten sind:

Kategorie „Junge Talente“

Mona Späth – neolexon
Mona Späth und Hanna Jakob sind Doktorandinnen der Entwicklungsgruppe Klinische Neuropsychologie (EKN) und leiten das Projekt neolexon. Sie verfügen sowohl über praktisch-therapeutische als auch wissenschaftliche Erfahrung. neolexon ist ein individuelles und digitales Therapiesystem, das Therapeuten unterstützt und Patienten, beispielsweise nach einer Hirnschädigung (z.B. Schlaganfall) die Möglichkeit zum unbegrenzten, eigenständigen Üben gibt.

Melanie Lambacher – Double Me
Seit ihrem Studium der Medienpädagogik war es Melanie Lambacher ein Anliegen, benachteiligte Menschen stark zu machen. Das Team wird durch den Studenten Sebastian Jung (UX Design) und Zdravko Orasanin, einem betroffenen Vater, komplettiert. Ihr Projekt zielt auf die Inklusion schwer kranker Kinder in ihrer Heimatschule und somit auf deren Genesung ab. Mit einem Telepräsenz-System und einer speziellen Software für Videokonferenz treten die Patientenschüler audio-visuell in den Kontakt mit der Klassenleitung sowie ihren Mitschülern und können auf diese Weise regelmäßig am Unterricht der eigenen Klasse teilnehmen.

Rebecca Dahms – NurMut-Projekt
Das Team entwickelte drei Musiksysteme für Menschen mit Demenz, die in unterschiedlichen Alltagssettings angewendet werden. Einbezogen werden Menschen mit Demenz außerhalb und innerhalb des Pflegeheimes. Das Projekt verspricht eine Verbesserung der Lebensqualität, des Wohlbefindens und die Weiterentwicklung von Beschäftigungsangeboten.

Kategorie „Unternehmen“

esanum GmbH
Mediziner finden bei esanum Hintergrundwissen zu tausenden von seltenen Krankheiten und erhalten zusätzlich Zugriff auf die Medikamenteninformationen der Gelben Liste. Gleichzeitig bekommen sie Informationen der Hersteller zu konkreten Therapiemöglichkeiten.

Institut der Kasseler Stottertherapie
Um Patienten ortsunabhängig betreuen zu können, wurde ein virtueller Therapieraum entwickelt, der optimal auf die Anforderungen der Teletherapie für Stotternde angepasst ist. Es ist weltweit die erste Plattform, die es ermöglicht, im internationalen Rahmen hochwertige Sprechtherapie anzubieten.

OnkoZert GmbH
Bei Patient Reported Outcome Measurement werden Patienten vor und nach der Therapie gefragt, wie es ihnen geht. Die Befragung wird dann mit Therapie-/Diagnosedaten verknüpft, um Versorgungsunterschiede risikoklassifiziert zu untersuchen. Hierfür wurde für eine der sensibelsten Krankheiten, dem Prostatakrebs, eine IT-Infrastruktur entwickelt. Sie ermöglicht BigData mit besserer Datenqualität, deutlich geringeren Kosten und dem Nutzungs-Potential für andere Krankheitsbilder.

Kategorie „Start-ups“

LIME medical GmbH
Mit HERAX wird das etablierte Konzept der Roboter-Therapie auf die Finger erweitert. Der Patient erhält eine viel intensivere Bewegungstherapie und kann diese Zuhause per Smartphone durchführen. Jährlich können so über 300.000 Patienten (alleine in Deutschland) eine viel intensivere Bewegungstherapie erhalten und viel schneller in ihren gewohnten Alltag zurückkehren, was hohe Kosten spart.

Medipee GmbH
Medipee automatisiert und digitalisiert die Urinanalyse im eigenen Heim – bequem, einfach, hygienisch und nutzerfreundlich. Es ist ein digitales Self-Monitoring. Vorteil: weniger Arztbesuche, da relevante Daten per Multi-Parameter-Messung, Echtzeitanalyse und digitaler Datenerfassung direkt Zuhause aufgenommen werden und einer medizinischen Einrichtung übermittelt werden können.

midge medical GMBH
Midge medical hat ein münzgroßes Blutabnahme- und Analysegerät entwickelt, welches schmerzfrei und ohne Infektionsrisiko personalisierte Blutanalysen für den Selbsttest ermöglicht. Testergebnisse werden sofort angezeigt. Eine sichere Zuordnung von Patienten- und Testergebnissen wird durch ein Cloud-basiertes Verwaltungssystem sowie eine Smartphone-App realisiert. So ist eine sichere und schnelle medizinische Hilfe mit Dokumentation einfach möglich, um z.B. Epidemien in Entwicklungsländern zu bekämpfen.

PeakProfiling – Quantitative Sprachschall-Analyse
Rein am Klang der Stimme werden psychische Erkrankungen detektiert (derzeit ADHS, Depression). Die Vorteile: Ärzte erhalten eine objektive Datenbasis zur Unterstützung ihrer Diagnose, Krankenkassen können Behandlungserfolg erstmals objektiv messen, Patienten werden potentiell frühzeitig zuhause gewarnt.

Die neun Mitglieder der diesjährigen Health-i Jury sind:

  • Frank Dopheide, Geschäftsführer Handelsblatt
  • Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der Techniker Krankenkasse
  • Prof. Dr. Björn Bergh, Direktor Universitätsklinikum Heidelberg
  • Dr. Markus Müschenich, Gründer und Managing Partner Flying Health
  • Alexander Puschilov, Geschäftsführer Viomedo
  • Marianne Stroehmann, Director Travel und Finance Google Germany GmbH
  • Sebastian Sujka, CEO und Founder xbird GmbH
  • Dr. Axel Wehmeier, Sprecher der Geschäftsführung Deutsche Telekom Healthcare
    and Security Solutions
  • Juliane Zielonka, Digital Health Entrepreneur