Health-i Jurysitzung 2018

Sie stehen fest: die zehn Nominierten des diesjährigen Health-i Awards von Handelsblatt und Die Techniker. Insgesamt gab es mehr als 160 innovative und vielversprechende Bewerber in den drei Kategorien „Junge Talente“, „Start-ups“ und „Unternehmen“. Auf der Basis wissenschaftlicher Kriterien, die Prof. Roland Trill von der Fachhochschule Flensburg entwickelt hat, entschied die Jury am 25. September in Düsseldorf. Die neun Jurymitglieder um Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe und TK-Vorstandschef Dr. Jens Baas wählten in den drei Kategorien jeweils die Top 3 bzw. in der Kategorie „Unternehmen“ die Top 4 aus.

 

Oben: Alexander Puschilov, Sven Afhüppe, Dr. Thomas Friese. Unten: Dr. Jens Baas, Prof. Dr. Roland Trill, Marco Winzer, Jan Meessen, Claudio Hasler.

Welcher Kandidat sich auf der Preisverleihung am 07. November in Berlin durchsetzen kann, entscheidet nun das Health-i Board – das Expertengremium der Initiative. Für die Nominierten der Kategorie „Start-ups“ wird es am Abend der Preisverleihung noch einmal spannend: In einem Live-Pitch werden sie ihre Idee den Gästen präsentieren, die dann vor Ort über den Gewinner abstimmen.

Die Nominierten sind:

Kategorie „Junge Talente“

Tobias Klimpel – Machbarkeitsstudie Intelligenter Online Physio Coach
Mit einer Machbarkeitsstudie überprüft Tobias Klimpel, ob Verspannungen und Schmerzen im Alltag durch kontinuierliches Eigentraining reduziert werden können. Durch eine künstliche Intelligenz (Fallbasiertes Schließen) und Expertenwissen von über 20 führenden Experten sollen mithilfe eines Anamnese-Fragebogens und User-Feedbacks, Übungspläne individualisiert werden. Ziel ist die Behebung funktioneller Ursachen durch die Trainingspläne und damit die Verspannungsfreiheit der User.

Tim-Lorenz Depping – MSHealth
Im Rahmen des Projektes MSHealth entwickelt, erprobt und evaluiert Tim Lorenz den Prototypen einer Smartphone-App, mit der an Multipler Sklerose erkrankte Menschen selbstständig ein Diagnoseverfahren durchführen können. Beispiele sind die Messung der Gehfähigkeit und Bewegungskoordination der oberen Extremitäten, die Erfragung von Selbsteinschätzungen und die Kognitionsfähigkeit.

Stephanie Cuff-Schöttle– MyUrbanology
Rassistische Diskriminierungen und die Markierung als ‚Andere‘ sind für People of Colour und schwarze (deutsche) Menschen in Deutschland Alltag. MyUrbanology schafft eine virtuelle Plattform, auf der sich Betroffene mit Helfern und Institutionen vernetzen können, auf der Literatur zur Stärkung des Selbstwirksamkeitserlebens zur Verfügung gestellt wird sowie resilienzfördernde Angebote direkt buchbar sind.

Kategorie „Unternehmen“

Ada Health GmbH
Ada ist ein Gesundheitsleitfaden, der KI-gestützt Menschen dabei hilft, ihren Gesundheitszustand einzuschätzen und zu verbessern. Mit Standorten in England, Deutschland und den USA nutzen bereits mehrere Millionen Menschen die kostenlose Ada-App, sodass im Schnitt alle vier Sekunden eine Symptom-Diagnose abgeschlossen wird. Ada kooperiert bereits mit verschiedenen Anbietern des Gesundheitswesens und unterstützt bei der Bereitstellung qualitativer und kosteneffektiver Pflege, um Ada-Patienten die Suche nach der passenden Versorgung/Pflege zu erleichtern.

Audeering GmbH
Die sensAI-Technologie von Audeering ermöglicht die intelligente Analyse von Sprache und Akustik mittels neuester und innovativer Machine Learning-Methoden. Es wird nicht der Inhalt festgestellt, den der Nutzer sagt, sondern wie er ihn sagt. So können Emotionen und Zustände des Sprechers sowie Veränderungen in der Stimme, im Sprachrhythmus und ähnliche Merkmale erkannt werden – eine Unterstützung bei der Diagnose und Früherkennung von Stress, Burnout, Depression, aber auch Alzheimer und Parkinson.

Flyacts GmbH
Smartphones und Tablets sind als ständiger Begleiter und mit ihren integrierten Sensoren prädestiniert dafür, medizinische Tests einfach nutzbar zu machen – genau dann und dort, wo es notwendig ist. Die GET App, die Flyacts in Kooperation mit der ZNS Hannelore Kohl Stiftung entwickelte, nutzt diese Vorteile, um über die Risiken von Gehirnerschütterungen aufzuklären und Folgeschäden zu verhindern. Mit dem Test für die Hosentasche können Sportler, Trainer und Mannschaftsärzte schnell und objektiv beurteilen, ob nach einem Schlag auf den Kopf oder einem Sturz eine Gehirnerschütterung vorliegt.

Institut für Polymertechnologien e.V.
Je eher eine Störung des Hörvermögens diagnostiziert werden kann, desto früher können Gegenmaßnahmen eingeleitet werden – von Hörgeräten bis zu Kochlea-Implantaten. Das künstliche Ohr K-Ohr des Instituts für Polymertechnologien beinhaltet eine Kalibriereinheit für Audiometer, im speziellem für OAE-Geräte. Die Kalibriereinheit schließt eine derzeit in der Audiometrie vorherrschende Lücke in der Anwendung von OAE-Audiometern: Mit ihr wird sichergestellt, dass das Audiometer die Informationen liefert, die es liefern soll – das war bisher nicht möglich.

Kategorie „Start-ups“

Amiko Digital Health GmbH
Respiro von Amiko besteht aus intelligenten Add-on Sensoren für Inhalationsgeräte sowie einer App für Patienten und einem Web-Dashboard für den Behandler. Die Sensoren werden an marktübliche Inhalationsgeräte angebracht. Neben dem Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme (Adhärenz) werden Erkenntnisse über die richtige oder falsche Anwendung (Inhalationstechnik) des jeweiligen Inhalationsgeräts erfasst. Beim Aufbereiten der Daten in der App steht die Einbindung, Motivation und Befähigung von Patienten, richtig zu inhalieren, im Vordergrund.

Mindpax
Mindpax (MPX) ist ein digitales Medizinunternehmen, das vorausschauende Algorithmen entwirft mit dem Ziel, schwere psychische Erkrankungen mithilfe von Langzeitbeobachtungen der Patienten zu erkennen. Das Unternehmen hat ein Überwachungssystem für Patienten mit Schizophrenie und bipolaren Störungen entwickelt. Die Technologie basiert auf einer Langzeitüberwachung von Schlafverhalten, physischer Aktivität (Sensoren) und validierten subjektiven Befragungen. Aus der Kombination der drei Datenquellen soll ein Biomarker entwickelt werden, der Rückfälle prognostizieren kann.

Motognosis
Patienten mit neurologischen Krankheiten wie Parkinson, Multipler Sklerose oder Schlaganfällen sind auf fortlaufende, genaue Beurteilungen ihrer Symptome angewiesen, um den bestmöglichen Therapierfolg zu erzielen. Um das zu gewährleisten, bietet Motognosis ein einfach zu nutzendes, flexibles System, mit dem die motorischen Symptome mit Standard-Tiefenkameras gemessen werden können. Das Team ist aus einem Projekt der Charité Berlin hervorgegangen. Seitdem wurde die Technologie in klinischen Studien validiert und weiterentwickelt. Aktuell wird ein Medizinprodukt für den Heimgebrauch entwickelt.

Die neun Mitglieder der diesjährigen Health-i Jury sind:

  • Sven Afhüppe, Chefredakteur Handelsblatt Media Group
  • Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands Die Techniker
  • Dr. Björn Bergh, Direktor Universitätsklinikum Heidelberg
  • Verena Fink, Geschäftsführende Gesellschafterin Woodpecker Finch GmbH
  • Sarah Fix-Bähre, Industry Leader Insurance Google Germany GmbH
  • Thomas Friese, General Manager Digital Platform Siemens Healthineers
  • Claudio Hasler, Co-Founder und CEO PeakProfiling
  • Alexander Puschilov, Geschäftsführer Viomedo
  • Marco Winzer, Partner High-Tech Gründerfonds Management GmbH